Die Golden Circle Tour

Jeder der sich mit Island befasst, stößt irgendwann auf den Golden Circle, den „goldenen Kreis“. Auch ich fragte mich am Anfang was ist das denn jetzt genau. Kurzum, der Golden Circle beschreibt eine Innere Route in Island, auf der man in kürzester Zeit gleich mehrere Naturwunder Islands entdecken kann.

Ein weiteres Denkmal Reykjaviks

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Ein neuer Tag, ein weiteres mal traumhaftes Wetter. Der Himmel war blau, nur ein paar wenige Wolken waren zu sehen. Ein perfekter Tag um uns zum Golden Circle aufzumachen.

Kurz nach dem Start, hielten wir an einer berühmten Skulptur in Reykjavik an. Die Sun Voyager liegt an der östlichen Küste, unweit der Harpa. Sie ist eine aus Edelstahl erschaffene Bootsskulptur und bietet ein tolles Fotomotiv. Besonders wenn die Sonne darauf scheint, in Kombination mit den verschneiten Bergen auf der gegenüberliegenden Meerseite.

Roadtrip zum Golden Circle

Es gibt 2 Routen von Reykjavik aus, wir fuhren die N36 nördlich hinauf ins Landesinnere. Unser erstes Ziel war der Gullfoss Wasserfall, der dem Fluss Hvítá entspringt. Wir fuhren 120km von Reykjavik bis wir den spektakulären Wasserfall erreichten. Die Route dorthin war beeindruckend schön. Der Golden Circle bietet eine einzigartige Natur mit mehreren Seen und spektakulären Farben.

Leider zog sich der Himmel unterwegs immer etwas zu, es wurde wolkig aber auch sehr mystisch. Kaum ein Auto kam uns entgegen, wir sahen vereinzelt Schafe und Islandpferde welche auch gerne die Straßen kreuzten. Tipp: Fahrt auch bei schlechtem Wetter los, in Island kann das Wetter hinter jedem Hügel und jeder Kurve schon ganz anders aussehen. 

Der Gullfoss Wasserfall

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Am Gullfoss angekommen, liefen einen beplankten Weg zum Wasserfall hinab. Das tolle in Island ist, so ziemlich jedes Naturerlebnis ist hier kostenlos! Lediglich wenn ihr in die dazugehörigen Museen möchtet, kostet dies Eintritt.

Wir hatten so ein Glück, dass noch Nebensaison war. Es war überhaupt nicht so überlaufen wie wir erwartet hatten. Nur kleinere Menschengruppen liefen entlang der Schlucht, in die der Wasserfall hinabstürzte. Dicht am Abgrund ging der Weg entlang, bis wir zu einer Plattform direkt am Wasserfall kamen. Der Wassernebel und der Wind sorgten dafür, dass wir schon nass wurden bevor wir da waren. Tipp: Definitiv Regenjackenpflicht!

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Auf der Plattform hatten wir dann einen atemberaubenden Ausblick. Der Gullfoss war noch größer als wir vermutet hatten. Die Dimensionen konnte man sich vorher gar nicht richtig vorstellen. Der Lärm der herabstürzenden Wassermassen war wie Musik.

Der Himmel war wieder strahlend blau und so bildete sich in der Gischt des Wasserfalls ein Regenbogen. Wir genossen die spektakuläre Natur aus allen Perspektiven. Am Ende wanderten wir noch einen Hügel hinauf. Dort konnte man den Beginn des Gullfoss sehen. Es war unvorstellbar welche Wassermassen sich hier ihren Weg bahnten.

Der Geysir Strokkur

Vom Gullfoss zum berühmten Strokkur sind es lediglich 10km. Auch hier war der Eintritt kostenfrei. Den meisten ist der Name Geysir bekannt, allerdings bricht der große Geysir schon lange nicht mehr aus. Lediglich sein kleiner Bruder, der Strokkur, erhebt sich circa alle 7 Minuten bis zu 35m in die Höhe.

Geysir Strokkur

Überall blubberten kleine, kochende Geysir Herde und ein beißender Schwefelgeruch lag in der Luft.

In der Mitte des Haukadalur Valley, brodelte es auch schon heftig. Der nächste Ausbruch des Strokkurs stand kurz bevor. Das Wasser zog sich erst zurück, bevor es in einer schlagartigen Fontäne weit nach oben schoss.

Mehrmals beobachteten wir das Geschehen. Als der Wind plötzlich drehte, wurden wir bei einem Ausbruch von oben bis unten gebadet. Pitschnass und nach Schwefel riechend, mussten wir uns im Auto dann erstmal umziehen. Irgendwie mochte ich diesen Geruch mittlerweile. Tipp: Packt am Besten immer Wechselsachen und Handtücher ein.

Auf der Suche nach heißen Quellen

Neben dem Gullfoss und dem Strokkur, kann man auf dem Golden Circle auch heiße Quellen finden. Im Örtchen Flúðir hielten wir an und besorgten uns in einem kleinen Laden etwas zu Essen. Die Secret Lagoon, oder auch Gamla Laugin genannt, befindet sich ebenfalls im Ort Flúðir. Diese kostet aber Eintritt. Tipp: Eine günstigere Alternative zur berühmten Blue Lagoon.

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Wir fuhren zu einer heißen Quelle namens Hrunalaug, etwa 10km von Flúðir. Über unbefestigte Feldwege führte uns die Straße zu einem kleinen Parkplatz. Hrunalaug liegt auf einem Privatbesitz, daher kann man hier eine freiwillige Spende für die Aufrechterhaltung hinterlegen.

Ein kleines Häusschen, in dem man sich umziehen konnte führte direkt in eins der 2 natürlich angelegten Wasserbecken. Das Wasser war glasklar und angenehm warm.

Reykjadalur der heiße Fluss

➼ Ankunft in Hveragerði

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Auf der Suche nach weiteren Bademöglichkeiten, entdeckten wir den Reykjadalur. Es handelt sich um einen heißen Fluss, was natürlich sehr beeindruckend klang. Knapp 60km südlich von Flúðir die N30 hinunter und dann auf die N1 Richtung Reykjavik, erreichten wir den Ort Hveragerði.

Aus der Ferne, sahen wir abseits der Straße schon geothermale Aktivitäten in Form von aufsteigendem Dampf. In Hveragerði war es sogar noch intensiver. Manche Häuser hatten richtige Rauchsäulen im Garten, die Menschen leben dort wortwörtlich auf heißen Kohlen.

Das ganze Gebiet gehört zum System des Zentralvulkans Grensdalur. Das Positive daran, hier werden zahlreiche Gewächshäuser allein durch die auftretende Wärme aus dem Boden betrieben.

➼ Der Aufstieg zum Reykjadalur

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Von einem Parkplatz aus, liefen wir mit Badesachen im Gepäck, über eine Brücke auf die andere Seite des Flusses. Dort begann ein 3km langer, steiler Wanderweg.

Überall dampfte, blubberte und zischte es aus dem Boden. Der typische Schwefelgeruch lag in der Luft und die Neugier trieb uns voran. Der Weg führte uns an steilen Abgründen aber auch atemberaubenden Ausblicken mit kleinen Wasserfällen vorbei. Mehrere Schilder warnten uns vor kochenden Quellen.

Nach circa einer Stunde, über Stock und über Stein wurde der Dampf immer stärker.

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Kurz vorm Ziel gab es dann noch eine kleine Mutprobe zu überstehen. Über eine 100°C heiße Quelle, die einen dichten, schwefligen Dampf produzierte, führte eine Brücke. Also hielten wir die Luft an und liefen einfach hindurch, ohne zu sehen was auf der anderen Seite der Brücke auf uns wartete.

Hinter dem Nebel lag endlich unser Ziel und der harte Aufstieg war direkt vergessen. Es tat sich ein dampfender Fluss auf.

Tipp: Nicht aufgeben auch wenn der Weg sehr mühsam und beschwerlich ist. Es lohnt sich!

➼ Das Badeerlebnis im Reykjadalur

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Am Fluss entlang führte ein schön angelegter Holzpfad mit Umkleidemöglichkeiten. Ruckzuck waren wir umgezogen und stiegen in den heißen, nicht allzu tiefen Fluss. Es gab keine starke Strömung, perfekt um darin zu liegen.

Je näher man der Quelle kam, desto wärmer wurde der Fluss. Wir verbrachten Stunden hier, denn die Entspannung hatten wir uns nach dem harten Aufstieg auch verdient.

Tipp: Dieser Fluss war wirklich eins meiner Highlights auf dieser Reise und das solltet ihr unbedingt einplanen, wenn ihr nach Island reist!

Der Abstieg ging dann auch etwas schneller, da es fast nur talwärts ging. Nach knapp 50km die N1 entlang, durch ein vulkanisch sehr aktives Gebiet, waren wir am Abend zurück in Reykjavik.

Fazit des Tages

Ein wunderschöner Tag auf dem Golden Circle. Man kann die spektakuläre Route durchaus an einem Tag abfahren und dabei einiges sehen.

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