Roadtrip zur Halbinsel Snæfellsnes

Heute stand ein Roadtrip nach Snæfellsnes auf dem Plan, eine Halbinsel im Nordwesten Islands. Snæfellsnes bedeutet übersetzt „Schneeberghalbinsel“ und wird auch als „Island in Miniatur“ bezeichnet. Hier gibt es viele verschiedene Sehenswürdigkeiten u.a. einen Vulkan, Wasserfälle, Strände und Höhlen, malerische Berglandschaften, friedliche Fischerdörfer. Beeindruckende Ausblicke erwarten einen hier entlang der Küste mit ihren schroffen Felsen.

Roadtrip nach Snæfellsnes

Im Vorfeld hatten wir natürlich reichlich recherchiert, um möglichst viel in kurzer Zeit mitzunehmen. In einer Offline Karte hatte ich mehrere Orte markiert u.a. Hot Pots, Wasserfälle & Sehenswürdigkeiten. So konnten wir auf unserem Roadtrip mehrere Zwischenstopps einlegen, ohne vom Weg abzukommen oder große Umwege zu fahren.

Wir schnürten unser Lunchpaket, packten festes Schuhwerk und Badesachen ein, füllten unsere Wasserblasen auf und los ging der erste Roadtrip. Tipp: Kauft in Island kein Wasser! Das Geld könnt ihr euch sparen, denn das kalte Leitungswasser ist das Beste Trinkwasser überhaupt.

Zusatztipp: Wir stellten beim ersten Duschen fest, dass das warme Wasser kochend heiß aus der Leitung kommt – passt hier bloß auf am Anfang! Außerdem riecht das heiße Wasser sehr nach Schwefel, was wie ich finde das isländische Flair ausmacht und man gewöhnt sich auch daran.

Allradwagen

Mit dem Auto fuhren wir von Reykjavik aus, die N1 knapp 2 Stunden entlang malerischer Landschaften richtung Norden. Wir konnten uns gar nicht satt sehen an den Berglandschaften und Seen. Es war der perfekte Roadtrip und wir genossen die Aussicht und die sich veränderte Vegetation je näher wir Richtung Norden kamen.

Wir wollten heute in einem sogenannten Hot Pot (natürliche heiße Quelle) baden gehen. Noch bevor wir in Snæfellsnes ankamen, nicht weit abseits der Straße N54 ging ein unbefestigter Weg ab. Ein kleines Schild wies uns auf die Landbrotalaug Hot Springs hin. Tipp: Man muss den ungefähren Ort im Auge behalten um nicht vorbei zu fahren.

Erster Stopp - Landbrotalaug Hot Springs

heiße Quelle

Über eine unbefestigte Straße erreichten wir einen kleinen Parkplatz. Im Auto zogen wir uns die Badesachen an. Mit einem Handtuch und festen Schuhen, liefen wir nur wenige Meter Richtung des dampfenden Gewässers. Abgetrennt durch Steine, fanden war den natürlichen Pool in der rauen Vegetation. Durch einen Zulauf plätscherte das warme Wasser auf uns hinunter. Es war unglaublich schön und wir genossen die Ruhe und Entspannung in der Natur. Die Berglandschaften Snæfellsnes wirkten in diesem Moment so surreal.

Nur wenige Schritte weiter gibt es einen weiteren kleinen Hot Pot. Sehr tief war dieses runde Loch im Boden und auch hier hüpften wir kurz rein und genossen das warme Wasser. Tipp: Legt in Landbrotalaug unbedingt einen Zwischenstopp ein und packt Badesachen ein

Entlang der Küste Snæfellsnes

schwarze Kirche

Der Roadtrip ging weiter die N54 entlang des Atlantiks, immer näher kamen wir dem  Snæfellsjökull-Vulkan. Unterwegs gibt es mehrere Sehenswürdigkeiten an denen man weitere Zwischenstopps einlegen kann. Unter anderem kann man am Strand Ytri Tunga aus nächster Nähe Robben und Vögel beobachten. Tipp: Festes wasserdichtes Schuhwerk einpacken um sich auf den Felsen am Meer zu bewegen.

Wir hielten in Búðir, einem Weiler und ehemaligem Handelsplatz. Die einsame, schwarze Kirche mit dem alten Friedhof bat uns ein außergewöhnliches Fotomotiv.

Die Klippen von Arnastapi

Klippen von Arnastapi

Der nächste Stopp war in Arnastapi, einem kleinen Fischerort in der Gemeinde Snæfellsbær.

Vorbei am steinernen Denkmal Bárðar Saga, kommt man zu einer Aussichtsplattform mit umwerfendem Blick auf die Klippen und das offene Meer. Vergleichbar mit den Cliffs of Moher in Irland.

Entlang der steilen Felsküste auf einem befestigten Wanderweg, kommt man zum berühmten Gatklettur, einer ausgespülten Felsstruktur im Meer, auch Lochfelsen genannt. In Mitten des Felsens prangt, wie der Name schon sagt, ein riesiges Loch, durch das die Wellen rauschen. Viele Vögel brüteten hier an den Klippen und wir lauschten der Brandung.

Stone Bridge Arnastapi

Wir folgtem dem Weg weiter auf der Suche nach der berühmten Stone Bridge. Abseits der Wege kletterten wir etwas über die Steine und fanden dann, dass so beliebte Instagram-Fotomotiv einer schwebenden Felsbrücke über dem Atlantik. Auf den ersten Blick sah es gar nicht spektakulär aus, erst als wir die richtige Position gefunden hatten konnten wir beeindruckende Bilder schießen. Tipp: die Perspektive macht das Bild erst Interessant!

Im kleinen Fischerort gab es zur Stärkung eine Portion Fish&Chips, bevor es weiter ging Richtung Snæfellsjökull Nationalpark.

Der Wasserfall am Kirkjufell Mountain

Straße Nationalpark Island

Unser Ziel war, neben dem Weg, als nächstes der Wasserfall Kirkjufellsfoss. Wir überlegten ob wir nun komplett durch den Nationalpark fuhren, oder durch eine unbefestigte F-Straße abkürzen sollten. Die Abkürzung erwies sich trotz Schrittempo als zu gefährlich. Nach kurzer Zeit drehten wir um und fuhren dann doch durch den Nationalpark. Der Weg war zwar viel weiter, aber dennoch sehenswert.

Einmal um den Vulkan Snæfellsjökull herum, ging es immer entlang der Küste, vorbei an Höhlen, Aussichtspunkte und schwarzen Stränden. Der Himmel klarte auf und Snæfellsnes erstrahlte in den intensivsten Farben.

Kirkjufell

Vorbei an urigen Fischerorten sahen wir dann schon den Kirkjufell Mountain aus der Ferne. Bekannt aus Game of Thrones, lockt der Kirkjufell „Ein Berg geformt wie eine Pfeilspitze”, zahlreiche Besucher an. Fotografen und Naturliebhaber kommen hier auf ihre Kosten. 

Auf einem kleinen Parkplatz angekommen, sahen wir unseren ersten isländischen Wasserfall auf dieser Reise. Wir wanderten entlang der Wege, einmal um den Wasserfall herum. Tipp: Ein tolles Fotomotiv bietet die Perspektive mit dem Kirkjufell Mountain und der Küste im Hintergrund.

Das Fischerstädtchen Stykkishólmur

Stykkishólmur​

Den nördlichsten Punkt unserer Reise, erreichten wir 40km vom Kirkjufellsfoss entfernt, in Stykkishólmur. Das Fischerstädtchen ist die größte Ortschaft auf der Snæfellsnes Halbinsel. Im malerischen Hafen der Stadt, lagen unter blauem Himmel mehrere kleine Boote am Ufer. Im Hintergrund, auf dem Súgandisey Cliff thronte über allem ein roter Leuchtturm.

Wir wanderten den Berg hinauf und hatten einen gigantischen Ausblick über den Hafen, die kleinen Häuser der Stadt und weit in die Berglandschaft über den tiefblauen Atlantik. Die frische Briese des Ozeans wehte uns durch die Haare während wir die Aussicht und das Wetter genossen.

Hafen Stykkishólmur​

Anschließend wärmten wir uns in einem entzückenden Café am Hafen auf. Tipp: Schaut im Sjavarpakkhusid vorbei. Hier tranken wir den leckersten Kaffee. Unsere Wasserblasen, konnten wir hier kostenlos auffüllen.

So machten wir uns anschließend auf den knapp 2 stündigen Rückweg nach Reykjavik, voller unvergesslicher Eindrücke.

Fazit des Tages

Ein sehr gelungener Roadtrip, der durchaus an einem Tag von Reyjkavik aus machbar ist. Aber auch in 2-3 Tagen werdet ihr hier reichlich zu sehen bekommen. Wir kommen definitiv nochmal hierher!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.