Thingvellir zwischen den Kontinenten

Die Sonne strahlte über Reykjavik, doch unser Herz weinte da der letzte Tag anbrach. Es war ein fantastisches Wetter für den Besuch im Thingvellir Nationalpark. Für die Isländer ist es ein historisch wichtiger Ort, denn dort wurde 1944 die Republik Island ausgerufen. Viele Isländer pilgerten damals nach Thingvellir, daher kommt auch der Name „Versammlungsfelder“. Heute ist es ein Nationalpark in dem man den Grabenbruch der Kontinentalplatten, ähnlich der Bridge between continents, bestaunen kann.

Der Thingvellir-Nationalpark

Wir folgten der Ringstraße N1 durch die kleine Stadt Mosfellsbær und bogen anschließend auf die N36. Nur 40 km von Reykjavík entfernt erreichten wir den Thingvellir Nationalpark. Der Hauptparkplatz war kostenpflichtig, das WC ebenfalls doch es bot durch eine gläserne Front einen tollen Ausblick auf das Bergpanorma. Tipp: Die Nebenparkplätze sind kostenlos.

Wanderweg Thingvellir-Nationalpark

Auf breit angelegten hölzernen Wegen durch die Almannagja „Felsspalte“ liefen wir zwischen senkrechten Felswänden. Entlang natürlichen Flussläufen genossen wir die tolle Aussicht auf die grünen Berggipfel am Horizont.

In Thingvellir treffen sich die eurasischen und nordamerikanischen tektonischen Platten. Sie triften mit einer Geschwindigkeit von circa 2cm pro Jahr auseinander und kreierten das dramatische und zerklüftete Schluchtental. Es ist eines der außergewöhnlichsten geologischen Stätte, wo man das Auseinanderdriften hautnah durch Risse begutachten kann.

Die Silfra-Spalte

Thingvellir-Nationalpark

Wir wanderten durch die Schlucht und erahnten die unermesslichen Kräfte der Natur, die hier am Werk waren. Von einem Plateau konnten wir in die berühmte Silfra Spalte hinunterschauen. Abgeschmolzenes Wasser vom Langjökull Gletscher strömte hier mehrere Jahrzehnte durch feines Lavagestein und erblickte dann in der Silfra-Spalte zum ersten Mal wieder das Tageslicht.

Die 62m tiefe Spalte ist durch ihr glasklares Gletscherwasser ein wahres Paradies für Taucher, denn man kann hier Sichtweiten von weit über 100m erreichen. Viele Touren wurden hier angeboten, um einen Einblick in die einzigartige Unterwasserwelt zwischen den Kontinenten zu bekommen.

Der Öxarárfoss Wasserfall

Öxarárfoss Wasserfall

Dem hölzernen Wanderweg durch die Schlucht weiter folgend, gelangten wir zu einem wunderschönen Wasserfall. Von einer Aussichtsplattform konnten wir bestaunen wie die Wassermassen die Basaltstufen herabstürzten um im weiteren Verlauf sanft über die Steine zu gleiten.

Der Öxarárfoss war kein Vergleich zu seinen großen Kollegen die wir bereits bewundern durften, aber durch die strahlende Sonne bildete sich ein Regenbogen. Es war wunderschön anzusehen und dort zu verweilen.

Angeblich wurde der Wasserfall, durch eine Flussumleitung künstlich erschaffen, um die damaligen Versammlungen mit Wasser zu versorgen.

Roadtrip durch Islands Mitte

Roadtrip Island

Die weitere Tagestour, trieb uns durchs grüne Landesinnere. Wir wollten noch ein letztes Mal in einen Hot Pot springen und suchten den Hvalfjardarlaug. Wir folgten der N48 gen Norden, über teilweise unbefestigte Straßen mit großen Schlaglöchern. Teilweise fuhren wir Slalom im Schneckentempo, aber es war ein lustiger Roadtrip. Tipp: Ein Allrad Fahrzeug ist hier wieder von Vorteil.

Viele Islandpferde und Schafe weideten auf den saftig grünen Feldern. Immer den Berggipfeln entgegen, führte uns der Weg zu einem großen Fjord.

Der Hvalfjörður

Hvalfjörður, Island

Strahlend blau lag der Hvalfjörður vor uns, als wir auf die N47 nach Osten abbogen. Das Wetter war traumhaft heute und wir konnten weit über den wunderschönen Fjord schauen. Als wir den Hot Pot Hvalfjardarlaug an der Küste fanden, stellten wir fest, dass dieser auf einem Privatgelände lag.

Es war echt schade das wir nicht baden gehen konnten, stattdessen fuhren wir auf einen Hügel hinauf um die Aussicht noch besser zu genießen. Der kleine Umweg nach Osten hatte sich durch dieses einmalige Farbspiel der Natur dennoch gelohnt.

Santas roter Briefkasten

Santas roter Briefkasten

Zurück in Reykjavik gönnten wir uns an einem Imbiss am Ingólfur Square einen typisch, isländischen Hotdog. Auf der Suche nach Souveniers, spazierten wir die Austurstræti und ein paar Seitenstraßen entlang.

Gegenüber eines Souvenir Stores, fanden wir plötzlich Santas Briefkasten mit der Aufschrift „Letters to the Icelandic Santa“. Im Laden Litla Jolabudin gibt es zu jeder Jahreszeit Weihnachtsdeko zu kaufen. Tipp: Hier könnt ihr Briefe kaufen, die euch dann von Santa beantwortet werden.

Bless Island

Flughafen Keflavik

Ein weiterer wunderschöner Tag ging vorbei und wir packten die Koffer für den anstehenden Rückflug. Es waren unglaublich erlebnissreiche Tage in diesem fazinierend Land. Mit unzähligen tollen Erinnerungen im Gepäck, mussten wir uns schweren Herzens auf den Rückweg machen.

Definitiv werden wir nochmal kommen, viel zu viel gibts es hier noch zu sehen. Beim nächsten Besuch, soll die Ostküste abgeklappert werden, mit weiteren zahlreichen Zwischenstopps unterwegs. Bless Island, wir sehen uns wieder!

Fazit des Tages

Ein wunderschöner Nationalpark, nicht weit von Reykjavik, den man durchaus mal besucht haben sollte wenn man in Island ist. Nächstes Mal springen wir dann auch mit Taucherflossen in die Silfra Spalte. Wir nehmen viele unvergessliche Erinnerungen mit und ein tolles isländisches Sprichwort mit dem ich meine Reise beende Þetta reddast – alles wird gut!

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