Wasserfälle und Gletscher im Süden

Es war einmal, ein Land voller Sagen und Mythen, gigantischen Wasserfällen, Feuer und Eis. Wir waren uns nicht einig welcher Tag bisher am Schönsten war, denn jeder Ausflug war einzigartig auf seine Weise. Heute wollten wir die Südküste erkunden, um die beeindruckenden Wasserfälle Seljalandsfoss und Skógafoss zu sehen.

Der grüne Süden Islands

grüne Häuser in Island

Die Ringstraße N1 nach Süden, trieb uns in eine sehr grüne Region Islands. Viele Islandpferde grasten hier auf den saftigen Weiden. Kleine grasbewachsene Häuser standen am Straßenrand, mit grünen Bergen im Hintergrund. Rechts von uns das Meer, fuhren wir immer weiter Richtung Süden.

Die Vulkangebiete lagen längst hinter uns und es deutete nichts mehr auf ein Land von Feuer hin. Im Gegenteil wurde es ziemlich nass, Regen setzte ein. Das Land zeigte sich wieder in einer anderen Art und Weise.

Seljalandsfoss – Das Topmodel der Wasserfälle

Wasserfälle Seljalandsfoss

Auf dem Parkplatz vom Seljalandsfoss waren wir überrascht. Zum ersten Mal mussten wir ein Parkticket an einer Sehenswürdigkeit ziehen. Da wir nicht weit durch den Regen laufen wollten, zahlten wir die knapp 5,50€ Parkgebühr. Tipp: Wem es nichts ausmacht ein paar Meter weiter zu laufen, kann u.a. kostenlos direkt an der Kreuzung parken.

Das Rauschen des Wasserfalls war zu hören und wir liefen an seinem Ausläufer entlang. Die Nebensaison machte sich wieder bezahlt. Wir konnten den Seljalandsfoss in seiner vollen Pracht und mit all seiner Schönheit in Ruhe bestaunen.

Wasserfälle Seljalandsfoss

Das Besondere an diesem Wasserfall ist, dass man ihn über einen Rundweg aus, von hinten betrachten kann. 

Der unbestigte Pfad war glitschig, durchnässt vom Regen und der Gischt. Vorsichtig kletterten wir über nasse Steine die auf dem Weg lagen. Der Regen machte uns überhaupt nichts mehr aus, durch den Sprühnebel des Wasserfalls wurden wir sowieso nass. Tipp: Regenjacke, Handschuhe und festes Schuhwerk sind hier definitiv Pflicht!

Hinter dem Seljalandsfoss

Wasserfälle hinter mir

Auf der anderen Seite dieser riesigen Wasserwand, befand sich ein höhlenähnliches Plateau. Es war ein beeindruckender Ort und wir kamen uns ganz klein vor, als die Wassermassen direkt vor uns aus 66m Höhe in ein kleines Wasserbecken hinunterstürzten. Wäre es nicht so kalt, bekäme man richtig Lust darin zu baden.

Wir genossen diese spektakuläre Aussicht eine Zeit lang, bevor wir den Pfad durchnässt wieder verließen. Tipp: Spritzwasserhülle für die Kamera nicht vergessen!

Gljúfurárfoss – Ein kleiner Wasserfall nahe dem Seljalandsfoss

Wasserfälle Gljúfurárfoss

Als wir dem Pfad am Seljalandsfoss weiter folgten, entdeckten wir den Gljúfurárfoss, der nur durch eine Felsspalte zu erreichen war. Gljúfurárfoss bedeutet Schluchtenbewohner, denn er stürzt aus ca. 40 Metern in eine Schlucht zwischen den Felsen.

Wir mussten durch einen Fluss waten um in die Höhle zu gelangen. Spektakulär war hier vor allem die Akustik. Unsere Wanderschuhe waren pitschnass danach. Tipp: Gummistiefel sind hier von Vorteil.

Seljavallalaug - Das verlassene Schwimmbad

Seljavallalaug

Auf dem Weg zum Skógafoss, hielten wir für einen Badestopp im Seljavallalaug. Ein verlassenes Schwimmbad, versteckt in einer Schlucht, durch eine heiße Quelle gespeist. Wir verließen die Ringstraße und folgten der N242 bis zu einem Schotterparkplatz.

Stetig am Fluss entlang, liefen wir knapp 20 Minuten auf einem steinigen Trampelpfad. Wir hielten uns immer links des Flusses und trafen unterwegs auf alte Leitungen und Rohre. Tipp: Nimm nicht den Weg über den Hügel, dieser führt in eine Sackgasse. Folgt einfach dem Fluss!

Schwimmen im Seljavallalaug

Nach einem Sprung über den Fluss, sahen wir auch schon ein kleines Badehäusschen auftauchen. Hier konnten wir uns umziehen und unsere trockenen Sachen verstauen. Erbaut an einer Felswand, wirkte dieser Pool trotz des Betonbeckens sehr naturbelassen.

Das grünliche Wasser hielt uns nicht davon ab über eine alte Leiter in den Pool zu klettern. Im hinteren Bereich des Beckens war das Wasser noch wärmer, da hier der Zufluss der heißen Quelle lag. Etwas Regen viel auf uns während wir unsere Bahnen schwammen. Wir genossen diesen superschönen verlassenen Badeort, mitten in der Natur. Die meisten Touristen fuhren an diesem tollen Lost Place vorbei, so hatten wir unsere Ruhe.

Skógafoss – Der breite Wasserfall

Skógafoss Wasserfälle

Nicht mehr weit war es auf der N1 bis nach Skógar. Unterhalb des Eyjafjallajökull, rauschte der Wasserfall Skógafoss von einer Steilküste in die Tiefe. Die 60 Meter hohe Fallkante, war einst die südliche Küste Islands. Mittlerweile liegt das Meer 5km entfernt. Von einem angrenzenden kostenlosen Parkplatz, erreichten wir nach wenigen Metern die Schlucht des Wasserfalls.

Im Vergleich zum Seljalandsfoss, kam uns dieser hier durch seine Breite noch mächtiger vor. Mein Foto-Tipp: breitet eure Hände aus, so verdeckt ihr mögliche Menschenmassen die davorstehen. Auf Grund der Nebensaison, war es bei uns nicht nötig.

Skógafoss Wasserfälle

Am Rande des Wasserfalls, stiegen wir eine steile Treppe den Berg hinauf. Der Weg war sehr anstrengend, doch oben angekommen, konnten wir den Skógafoss aus einer anderen Perspektive betrachten.

Die Ausmaße waren gigantisch und die grüne Vegetation erstrahlte trotz des trüben Wetters hinter den Wassermassen. Tipp: Nehmt die Bergbesteigung auf euch, es lohnt sich!

Vík í Mýrdal – Das abgelegene Dorf am Strand

Kirche in Vik

Die “Bucht am sumpfigen Tal” bzw. Vík í Mýrdal, erreichten wir knapp 30km später. Hier legten wir nach dem langen Roadtrip einen Essensstopp ein. Die Wasserfälle waren gigantisch, nun war es Zeit für etwas Abwechslung.

Der schwarze Sandstrand Reynisfjara, erstreckte sich zu Füßen des kleinen Städtchens. Auf einem Hügel thronte eine weiße Kirche mit Rotem Dach und man sah die Felsenstrukturen Dyrhólaey im Meer. Nachdem wir in einem großen Supermarkt etwas gegessen hatten, fuhren wir direkt zum Reynisfjara black sand beach.

Reynesfjara black sand beach

Reynisfjara black sand beach

Tief schwarzer Sand und riesige Basaltsäulen waren das erste was uns ins Auge sprang, als wir in Reynisfjara ankamen. Die tosenden Atlantikwellen und das wunderschöne Panorama den Strand entlang, machten diese Umgebung so einmalig. Kein Wunder, dass Reynisfjara zu einem der 10 besten nicht-tropischen Strände der Welt gewählt wurde. Tipp: Auf Grund der Strömung, ist Baden hier verboten.

Ein Brautpaar stand für ein Shooting im schwarzen Sand und auch die Serie Game of Thrones fand hier eine imposante Kulisse. Der große Adlerfelsen Arnardrangur ragte aus dem Meer. Dahinter waren weitere Felsstrukturen zu sehen, wobei es sich laut einer Sage um versteinerte Trolle handelte. 

Basaltsäulen Reynisfjara

Die Basaltsäulen waren durch die Brandung zu kleineren Höhlen ausgespült. Darüber brüteten viele Vögel an der steilen Klippe. Unter anderem auch Puffins „Papageitaucher“, die wir auf unserer Whale Watching Tour bereits erblicken durften.

Selbstverständlich mussten wir die einladenden Treppenstrukturen der Basaltsäulen erklimmen und genossen den beeindruckenden Ausblick über diesen tiefschwarzen Strand.

Das Flugzeugwrack in Solheimasandur

Das Flugzeugwrack in Solheimasandur

Zum Diamond Beach, einem schwarzen Strand an dem Gletschereis angespült wird, war es leider zu weit. Daher beendeten wir den Roadtrip an der südlichsten Spitze Islands und fuhren die N1 zurück.

Wir wollten auf dem Rückweg unbedingt noch das Flugzeugwrack in Solheimasandur bestaunen. Ein mittlerweile berühmtes, ausgeschlachtetes Flugzeug der US Navy, welches unweit der Küste im Nov.1973 abstürzte.

Dieser Besuch bescherte uns, neben dem Aufstieg zum Reykjadalur Thermal River, eine der längsten Wanderungen. Wir folgten den gelben Holzmarkierungen 4km lang durch eine Art Steinwüste. Hier gab es weder Vegetation, noch Hügel oder größere Felsen. Stetig gerade aus, trieb uns nur die Vorfreude auf das verlassene Flugzeug. Tipp: Wer keine Lust hat so weit zu laufe, kann auch für 2500ISK von einem Shuttle fahren lassen.

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Erst kurz davor, als der Weg leicht abfiel, erblickten wir das Wrack. Nun ließen wir uns alle Zeit zum Erkunden und Durchatmen, denn der Rückweg war nicht kürzer. Durchlöchert von unzähligen Einschüssen und ausgeschlachtet lag das Flugzeug im schwarzen Kies. Die erste unnatürliche Sehenswürdigkeit auf unserer Reise.

Durch den Rumpf konnten wir bis zum Cockpit klettern und auf den Tragflächen wagten wir vorsichtig ein paar Schritte. Tipp: Aufpassen, scharfe Kanten überall!

Die Sonne verschwand im Nebel und die Szenerie wurde noch mystischer. Beeindruckt liefen wir die 4km wieder zurück.

Der Gletscher Sólheimajökull

Gletscher Sólheimajökull

Der N1 weiter nach Reykjavik folgend, entdeckten wir Ausläufer eines Gletschers. Obwohl der Tag schon voller Eindrücke war, mussten wir uns das genauer anschauen.

Eine Seitenstraße führte uns zum Sólheimajökull​ und über einen Wanderweg konnten wir direkt bis zum Gletscher vordringen. Das Knirschen des Eis war zu hören.

Es war einfach unglaublich, dass wir an einem Tag Wasserfälle, heiße Quellen, schwarze Strände und Gletscher sehen konnten. Dieses Land hatte uns in seinen Bann gezogen. Tipp: Achtet auf die Umgebung, so könnt ihr unvorhergesehene tolle Orte entdecken.

Fazit des Tages

Islands Wasserfälle sind einfach gigantisch! Man muss aber versuchen alles was auf dem Weg liegt mitzunehmen und nicht nur die bekannten Hot Spots des Landes abzuklappern. Vorallem die Lost Places werden dann zu den besonderen Erlebnissen, welche man nie mehr in seinem Leben vergisst. Und genau darum geht es doch beim Reisen?!

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