Keep it simple –

Van Ausbau leicht gemacht

In nur 10 Wochen, habe ich meinen T5 Transporter zu einem Camper Van ausgebaut! Dabei habe ich mich auf das Wesentliche konzentriert und blieb somit bei unter 3000€ für den kompletten Ausbau.

Die komplette Roomtour seht ihr im folgenden YouTube Video:

Step 1 – Einmal alles raus & Dämmung

Als erstes flogen alle bestehenden Wandverkleidungen raus. Diese sind beim T5 mit Plastikdübeln verschraubt, die man mit Hilfe einer Zange rausziehen kann. Die Trennwand habe ich ebenfalls ausgebaut um mehr Licht in meinen zukünftigen Camper zu lassen. Dann wurde erstmal gründlich geputzt und alle Oberflächen von Dreck entfernt. Für den Schallschutz, habe ich selbstklebendes Alubutyl verwendet, darauf dann Armaflex für die Wärmedämmung. Alle Wandflächen, sowie Decke und Radkästen wurden damit abisoliert. Der Boden war bereits vom Vorbesitzer verlegt (Armaflex darauf eine Siebdruckplatte und Linoleum). Nach ein paar Tagen hatte ich dann eine gute Grundlage um mit dem eigentlichen Ausbau loszulegen.

Van Ausbau Isolierung
Van Ausbau Dämmung

Step 2 – Strom & Wasserplanung

Bevor man nun mit dem Ausbau loslegt, sollte man sich erst einen Plan machen wo man Strom und Wasser braucht. Nachdem ich zahlreiche YouTube Videos zu dem Thema geschaut hatte und mir alles Mögliche aufgeschrieben hatte was ich brauchen würde, war mir das einfach zu kompliziert. Ich habe keine Ahnung von Strom, war schon überfordert welche Batterie ich den überhaupt kaufen sollte, welche Kabel etc. Daher entschied ich mich für eine mobile Energieversorgung mit einer 120 Watt Solartasche zum Aufklappen um auch mal längere Zeit autark stehen zu können. Die mobile Powerstation besteht aus einer Lithium-Ionen-Batterie, mit integriertem 230V Wechselrichter und 500 Watt Dauerleistung. Diese konnte ich zum Schluss einfach in den Van stellen und fertig!

Für die Wasserversorgung nutze ich auch heute noch einen einfachen Kanister. Irgendwann baue ich mir auch mal ein Waschbecken, mit Abwasserkanister ein, aber vorerst hatte das erstmal keine Priorität. Ich wollte einfach nur abfahrbereit sein, nachrüsten kann man hinterher immer noch alles.

Mobiles Strompaket
Solarpanel

Step 3 – Unterkonstruktion & Wandverkleidung

Bevor ich die Wände verkleidete, wollte ich erst die sichtbaren Metallholme filzen. Im Nachhinein wäre ich da sonst nicht mehr so gut drangekommen, oder hätte mir die Wandverkleidung versaut. Das Filz ließ sich super verarbeiten und in alle Rundungen ziehen. Einfach alles gut mit Sprühkleber einsprühen und draufkleben. Natürlich gibt es jetzt zahlreiche Möglichkeiten, wie man seine Wände verkleidet. Ich entschied mich für Nut-Feder Bretter aus Fichte/Tanne. Die Bretter sind sehr leicht und mein Van riecht heute noch nach frischem Holz. Um diese zu befestigen, braucht man erstmal eine Unterkonstruktion aus Latten. Die Dachlatten (24/42mm) habe ich, mit Hilfe von M5 Einnietmuttern und passenden Gewindeschrauben, an der Karosserie befestigt. Ich rate euch hier zu Einnietmuttern aus Alu, die aus Edelstahl bekommt ihr mit einer einfachen Einpresszange kaum in die Löcher gepresst. Die Unterkonstruktion war somit fest mit der Karosserie verbunden und ich konnte die Nut-Feder Bretter jetzt ganz einfach mit Holzschrauben daran befestigen. Vorher behandelte ich diese jedoch noch mit Akazien-Öl, um das Holz weniger anfällig zu machen. Nun sah es schon direkt viel wohnlicher aus und ich fing an die weiteren Schritte zu planen.

Van Ausbau Unterkonstruktion
Van Ausbau Wände

Step 4 – Der Möbelbau

Der wohl aufwendigste Teil des Ausbaus, der auch tatsächlich am längsten gedauert hat. Mit einem groben Plan im Kopf, was wohin soll tat ich mir nicht schwer. Meine Vorstellungskraft ist auf Grund meines Architektur Studiums in der Hinsicht sehr ausgeprägt. Dennoch hat ein Bus einfach keine geraden Ecken, sondern es ist einfach alles rund. Maße zu nehmen stellt einen schon vor erste Herausforderungen.

Als erstes klebte ich mit Kreppband auf dem Boden ab, wo was hinsollte.  Ich fing an eine Unterkonstruktion aus Dachlatten für das Bett zu bauen. Diese verschraubte ich an der vorhanden Wandkonstruktion sowie im Boden. Ich habe irgendwann aufgehört die Schrauben und Winkel zu zählen und im Baumarkt wurde ich zum Dauergast. Mein Bett sollte zum Aufklappen werden, wahrscheinlich wäre eine Konstruktion zum Schieben sinnvoller, aber so war es die einfachste Lösung. Ich schraubte Sperrholzplatten auf die Rahmenelemente und mit Hilfe von 180 Grad Klappscharnieren und 3 Schwerlast-Konsolen, entstand nach und nach mein Bett.

Van Ausbau Bett
Van Ausbau Bettkonstruktion

Unter dem Bett entstand Stauraum für meine Kühlbox, Notfalltoilette und Essensaufbewahrung. Davor befestigte ich zwei Türen aus Fichte/Tanne Schichtholz, mit einfachen Scharnieren aus dem Baumarkt und Magnetverschlüssen. Im hinteren Bereich baute ich zwei Schubladen, mit Schwerlast-Auszügen für Kleidung und als Ablagemöglichkeit um z.B. draußen zu Kochen.

Rechts daneben baute ich einen halbhohen Schrank aus weiteren Dachlatten und 10mm Pappelsperrholz. Dieser sollte von hinten als Stauraum für mein SUP-Board dienen und von oben zum Verstauen von Kleinkram, was man halt so braucht. Daher brachte ich ein Zwischenbrett, in Höhe des Radkastens, an und baute mir eine Klappe aus Klavierband und einer Douglasien Platte mit Rinde.

Van Ausbau Möbel
Van Ausbau Schrank

Hinter der Fahrerkabine, baute ich mir noch eine kleine, praktische Küchenzeile. Die Schränke entstanden wieder aus Pappelsperrholz und Dachlatten. Hier achtete ich darauf, meinen Wasserkanister passend einzubauen, sowie viele kleine Ablageflächen für Geschirr unterzubekommen. Außerdem baute ich noch zwei kleine Schubladen mit einfachen Auszügen aus dem Baumarkt und Türfronten aus Schichtholzplatten. Als Arbeitsplatte kam wieder eine schöne Douglasien Platte mit Rinde zum Einsatz, die Optik gefiel mir einfach richtig gut. Eine kleine Küchenrückwand aus MDF und Klebefließen rundet den Küchenbereich ab. Am Außenschrank befestigte ich mit Klappkonsolen noch ein Brett, was als Außentheke dient.

Küchenschrank Van
Van Ausbau Küche

Step 5 – Deko & Abfahrt!

Zum Schluss entschied ich mich dafür, alle verbauten Holzfronten weiß zu streichen. Alle Oberflächen versiegelte ich noch mit farblosem Wachs-Öl. Eine Schaumstoff Matratze schnitt ich passend zu und brachte sie zum Schneider, um mir den Polsterstoff passgenau zunähen zu lassen. Meine Freundin nähte mir in der Zeit noch einige Vorhang Stoffe zu. Magnethaken dienen zum Befestigen von Kordeln für die Vorhänge und einer Lichterkette, und überhaupt habe ich überall Magnethaken angebracht wo man noch Karosserie sieht. Die Dinger sind einfach super praktisch! Die originalen Deckenplatten, beklebte ich mit einem hellen Alcantara Stoff und baute Sie samt weiß lackierten Lampen wieder ein.

Und finally, nach knapp 10 Wochen, war mein Van zum ersten Mal abfahrbereit! So richtig fertig ist man wohl nie und man findet immer noch Stellen die man nachbessern kann, aber ich wollte einfach ganz schnell ein gemütliches kleines zu Hause auf Rädern bauen – und habe es geschafft! Und das Wichtigste: Ich bin mehr als zufrieden mit dem Endergebnis und möchte das Van Life nie mehr missen.

Van Ausbau Sitzecke
Van Ausbau Küche